Partie
Gäste des Gifhorner Schloßcafés
gegen
das erste Schachprogramm der Welt


Im Rahmen der Gifhorner Olympiaschachwochen startete im Schloßcafé Gifhorn eine Partie der Gäste gegen das erste Schachprogramm der Welt. Diese Partie startete am 10. Oktober 2008 und wurde am 20. März 2009 nach 24 Zügen beendet. Die Partie wurde anschließend zwecks Ergebnisses abgeschätzt (Dies ist im Fernschach ein übliches Verfahren!).

Die Partie wurde zugunsten von Weiß (Gäste des Schloßcafés) als gewonnen abgeschätzt

Hier geht's zur Partie zum Nachspielen

An dieser Partie konnte jeder Teilnehmen. Und das ging so:

Im Schloßcafé Gifhorn (Steinweg 6)

hing ein Demonstrationsbrett mit dem aktuellen Partiestand sowie eine Losbox

Hier konnte jeder seinen Zugvorschlag für Weiß bzw. Rot bis zum kommenden Freitag abgeben. Der am häufigsten genannt Zug wurde jeweils für das Schloßcafé gespielt. Anschließend wurde sofort der Zug des Computers am Demobrett ausgeführt, so dass auf dem Demobrett immer der aktuelle Partiestand zu sehen war.

Der Gegner:

Alan Turing ist am 23. Juni 1912 in London geboren worden. Seine Kindheit ist unglücklich, denn während die Eltern im Kolonialdienst in Indien tätig sind, wird er in strengen englischen Internaten erzogen. Schon in frühester Kindheit machten sich bei Turing Anzeichen von Genialität bemerkbar. Es wird berichtet, dass er sich innerhalb von drei Wochen selbst das Lesen beibrachte und sich schon früh zu Zahlen und Rätseln hingezogen fühlte. Durch seine späteren Arbeiten wird er zum Urvater der Informatik. So konstruierte er eine programmierbare Maschine, die als Vorläufer heutiger Computer gilt. Als erster entwickelt er ein funktionierendes Schachprogramm, das er aus Mangel an Hardware während des Spiels auf Papier berechnete! Außerdem entschlüsselte er gemeinsam mit den Kollegen von Bletchley Park die Codes der legendären deutschen Chiffriermaschine "Enigma": Dadurch sind die Briten rechtzeitig über die Angriffspläne Hitlers informiert, was den Kriegsausgang mit entscheidet. 1952 wird er angeklagt, wegen "grober Unzucht und Perversion", womit seine Homosexualität gemeint ist. Vor die Wahl gestellt, ins Gefängnis oder in psychiatrische Behandlung zu gehen und triebhemmende Hormone zu nehmen, wählt Turing die Hormone. Depressionen sind die Folge. 1954 wird er tot aufgefunden, neben sich einen mit Cyanid vergifteten Apfel. Eine Legende besagt, dass sich Apple-Gründer Steve Jobs bei der Entwicklung seines Firmenlogos von diesem "Schneewittchensuizid" hat inspirieren lassen. Die deutsche Firma ChessBase hat das damalige Schachprogramm auf einem heutigen PC übertragen. Die Besucher des Schloßcafés (und damit auch Sie ) spielen nun eine Partie gegen dieses erste Schachprogramm der Welt.


Alan Mathison Turing * 23.06.1912 + 07.07.1954